Offener Brief an die Konzerngeschäftsführung von XXXLutz

Schließung Ihrer Filiale auf der Münchner Theresienhöhe

Sehr geehrte Herren Gruber, Seifert und Kogler,

unternehmerische Freiheit ist eine entscheidende Grundlage wirtschaftlichen Handelns und eine unabdingbare Voraussetzung für finanziellen Erfolg. Mit ihr untrennbar einhergehend ist aber auch die unternehmerische Verantwortung! Natürlich gegenüber Ihren Kapitalgebern/Eignern aber auch gegenüber dem Standort und nicht zuletzt gegenüber ihren Mitarbeitern.

In jedem Falle sollten diese sich aus der unternehmerischen Tätigkeit notwendigerweise ergebenden Beziehungen von Fairness und gegenseitigem Respekt geprägt sein. Diese beiden entscheidenden Kriterien lassen
Vertrauen wachsen, was wiederum die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg ist. Eben dieses Vertrauen ist durch das von Ihnen an den Tag gelegte Geschäftsgebaren nachhaltig gestört worden!

Und ich spreche hier nicht allein von Ihren 160 Mitarbeitern, die sie am Samstag, den 05.10.2013 kurz vor Ladenschluss für 18.30 einbestellt haben, um sie – quasi aus heiterem Himmel – von Ihrer Entscheidung in Kenntnis zu setzen, die Filiale ab sofort zu schließen und abzuwickeln.

Ich spreche hier ebenfalls für alle Münchnerinnen und Münchner, die sich über ein derartiges Verhalten zurecht empören!

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich kritisiere hier nicht Ihre unternehmenspolitische Entscheidung, ich kritisiere die Art und Weise, in der sie diese Ihren Mitarbeitern mitgeteilt haben. Der gerechtfertigte Anspruch auf Planungssicherheit darf nicht nur für Unternehmer, sondern muss auch für Arbeitnehmer gelten! Mit einem solchen Geschäftsgebaren zerstören Sie aber nicht nur deren Vertrauen in ihren Arbeitgeber, sondern gleichermaßen das Vertrauen Ihrer Kunden in die Solidität Ihrer Firma – zumal ihr geschicktes Konstrukt miteinander verflochtener Unter-GmbHs ein äußerst zweifelhaftes
Schlaglicht auf die XXXL-Lutz Unternehmensgruppe insgesamt wirft.

Da Sie ja weiterhin mit Ihrer Filiale Aschheim im Raum München unternehmerisch tätig sein wollen, und in den Münchnerinnen und Münchnern auch Ihre potentiellen Kunden sehen werden, kann ich nur appellieren, mittels von der Ihnen in Aussicht gestellten Kulanz zumindest soziale Härten zu mildern, und zerstörtes Vertrauen durch nachhaltige Großzügigkeit wieder aufzubauen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Lotte, MdL
Ehrenamtlicher Stadtrat der Landeshauptstadt München

Das Original im Wortlaut: 2013-10-11-XXXLUTZ-offenerBrief

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